Ende des XVIII. Jahrhunderts wird das Cimbalom in Kammermusik am Hof des Prinzen der Valaken, Alexandru IPSILANTI, gespielt. Sehr schnell begrenzt sich das Cimbalom nicht nur darauf an edlen Wohnsitzen aufzutreten. Sie wird sehr populär: Keine Hochzeiten und keine Feste mehr ohne Cimbalisten! In 1896 zeichnet sich in Iasi eine Truppe von sechs Zigeunersklaven Musiker aus, darunter ein Cimbalist. In der Vergangenheit war das Leben der Zigeuner nicht leicht in Rumänien. Sogar heute sind sie immer noch gehasst und misshandelt. Jedoch, ab1830, ließ der Boyard Constantin GOLESCO seine Zigeunersklaven unterrichten und erziehen, so dass diejenigen schriftliche klassische Repertoire lesen und spielen konnten. Eine kurze Zeit später gab der rumänische Philosoph Ion CIMPINEANU (1798-1863) seinen Zigeunersklaven Befreiungsbriefe. Ausgestattet mit diesen Passierscheinen konnten sie dann von Stadt zu Stadt gehen, und hier und da ihre musikalischen Talente vorbringen.
Im Laufe des XIX. Jahrhundert wird es für die Rumänen offensichtlich (wie übrigens auch für die Ungarn) das hauptsächlich von Zigeunermusikern gebildete Ensemble nationaler Musik als Botschafter der nationalen Kultur ins Ausland zu senden. Dem ganzen XX. Jahrhundert entlang macht das große Talent der Cimbalisten die Bewunderung von allen in Rumänien sowie auch außerhalb des Landes. Seit sehr lange führen die rumänischen Cimbalisten ihr Instrument in « Taraf » (die so genannten Stadt und Land traditioneller Musik Ensemble) ein. Dazu verfügen sie über zwei Cimbalom Arten: das kleine tragbare Instrument, und das große.
Das kleine tragbare Cimbalom (in Rumänien « tambalul mic » genannt), wird ziemlich primitiv mit einem dicken trapezoidförmigen Brett hergestellt. Darauf werden Seiten auf kleinen Stützen, eine Art Nägel, aufgerichtet, festgelegt und gespannt. Mit zwei Schlegeln schlägt der Cimbalist alternativ die Seiten mit der rechten oder linken Hand. Das Instrument verfügt nicht über Dämpfer und der Cimbalist verwischt die Töne mit Hilfe eines einfachen Taschentuches, welches er unter die Seiten rutscht. Ein guter Cimbalist ist fähig einfache Melodien zu spielen und sie gleichzeitig zu begleiten. Die Cimbalisten benutzen entweder den « tambalul mic » mit 51 Seiten oder den « tambalul mic » welcher bis 77 Seiten zur Verfügung hat.
Die Lautaren von Clejani mit den « tambal mic » Spieler
Das große Konzert Cimbalom wird von Ungarn importiert oder in Rumänien, nach den Konstruktionsregeln welche von SCHUNDA, hergestellt. In Rumänien « tambal » genannt hat das Cimbalom schnell die "Stadt tarafen" integriert. Das Cimbalom ersetzt oder verdoppelt oft die Kobsa und hat eine Ehrenstelle in folkloristische Musik Ensemble. Das Cimbalom gewährt den Volkstänzen seine unendlichen rhythmischen Formeln und gibt den bekannten "Doïnas" seine ausgedehnten Harmonien. Das große Konzert Cimbalom wird nicht nur in der Hauptstadt Bukarest sondern auch in den rumänischen Regionen von Transsylvanien und Banat gespielt. Rumänische Cimbalisten, großen Rufs, machen mit unermeßlichem Erfolg Tourneen in der ganzen Welt.
In Bukarest gibt es in jedem Viertel eine Straße, wo sich "lautari" (Zigeunermusiker) treffen. Offensichtlich lieben die Zigeuner Cimbalisten sich dort zurückzugeben, um ihr Talent an jenem der anderen zu reiben. Bukarest und seine Region sind in cimbalistische Repertoire sehr reich.
Die rumänische Musik charakterisiert sich durch Abgespanntheit und Lebensfreude. Sie beruht gewiß durch den außergewöhnlichen Improvisation Kapazitäten ihrer Zigeunermusiker. Diese sind sehr zahlreich und spielen, was in Rumänisch man « dor », ein unübersetzbares Wort, nennt. « Dor » ist Etwas nicht fasstbares. « Dor » ist Etwas der Seele ähnlich. Die rumänischen Zigeuner Cimbalisten versuchen nicht durch ihre unglaubliche Virtuosität zu blenden. Ihre Verführung ist ganz von Intimität, von Delikatesse und von Zärtlichkeit scharfsinnig.
Plakat der « FOLIES BERGERES »
Mit ihrer Gewohnheit die Musik die in der Luft schwimmt leicht zu erfassen haben die rumänische Zigeuner und Juden Cimbalisten ganz Amerika erobert. Josef MUSCOVICI, der ebenfalls seinen Namen MOSKOWITZ schrieb, ein rumänischen jüdischen Ausgewanderten Virtuose des Cimbalom, registrierte mit Erfolg « Operatic rag » im Jahre 1916 in Neu-York Natürlich haben die rumänischen Cimbalisten genauso wie die Russischen die Nächte der Pariser Lebemänner der dreißiger Jahre im einem oder im anderen der hundert damalige « russische » Pariser Kabarette (« Montecristo », « Monseigneur », « Shéhérazade »…) belebt. Man erzählt, daß der rumänischer Zigeuner Cimbalist, Nitza CODOLMAN, der in dieser Zeiten als das größte Cimbalist der Welt angesehen wurde, einen Abend über Bündeln von Banknoten gespielt hat. Ein reicher Nachtwandler hatte unter dem ganzen Umfang der Tonseiten seines Cimbalom Geldscheinen ausgebreitet.
Das Cimbalist Gheorghe RADULESCO (geboren im Jahre 1941 -), hat mit sieben Jahren begonnen auf einem kleinen Cimbalom (mic) spielen zu lernen. Acht Jahre später gehört er schon zum berühmten Ciocîrlia-Orchester (die Lerche). Der am 17. Dezember 1042 geborener Toni IORDACHE, hat ebenfalls dieses außergewöhnliche Orchester integriert. Paul STINGA und Costel PANDELESCU haben sich mit einem riesigen Talent der rumänischen Musik gewidmet.
Gheorghe RADULESCO
Von Rumänien aus nahm Alexis ORLOFF, der Geliebte der Kaiserin Katherine die Große, ganz besondere gute Zigeuner Cimbalisten mit sich nach Sankt Petersburg. Ihr Erfolg war so groß dass man sie überall in Russland forderte. Tolstoï erwähnt ihr Talent in mehreren von seinen Schriftstücken. Noch Heute haben die Zigeuner ihre Musikschulen und ihre Theater und Konzertsäle in Moskau.
Jene, die wünschen, mehr über rumänische Musik zu wissen, können der unten angegebenen Website befragen :